Feuerwehr Eisenberg wird 150: Ein Rückblick

Die Eisenberger Feuerwehr um 1910. Bereits seit 150 Jahren organisiert die Freiwillige Feuerwehr Eisenberg den Feuerschutz in der Kreissadt des Saale-Holzland-Kreises.
Die Eisenberger Feuerwehr um 1910. Bereits seit 150 Jahren organisiert die
Freiwillige Feuerwehr Eisenberg den Feuerschutz in der Kreissadt des Saale-Holzland-Kreises.
 
150 Jahre Feuerwehr Eisenberg: Am 20. Februar 1862 nahm die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt offiziell ihre Arbeit auf. Es folgen sehr bewegte Zeiten in der Entwicklung des Feuerschutzes.
Eisenberg. Die Alarmsirene schrillt im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Eisenberg am Schützenplatz. Die Frauen und Männer des Löschtrupps streifen sich ihre Einsatzkleidung über und springen auf die Löschfahrzeuge, die sich mit Blaulicht und Sirene in Bewegung setzen. Dorthin, wo ihre Hilfe benötigt wird: "Helfen in der Not, ist unser Gebot". Bereits seit 150 Jahren rückt die Feuerwehr Eisenberg mit diesem Motto zu ihren Einsätzen aus, um den Menschen bei Bränden oder Unfällen zur Seite zu stehen. Bis in das Jahr 1862 reicht die Entwicklung und das Wirken der Eisenberger Feuerwehr zurück. Dabei ist der Gedanke, die Bürger der Stadt vor Bränden zu schützen, weitaus älter. So findet sich die erste behördliche Anordnung, die Feuersicherheit zu erhöhen, im Stadtarchiv Eisenbergs aus dem Jahr 1684. Der damals regierende Herzog Christian forderte den Stadtrat auf, die Bewohner des Ortes für den Fall aufkommender Brände mit Leitern, Haken und Eimern auszurüsten und eine permanente Feuerwache zu bestimmen. Zur Unterstützung des provisorischen Feuerschutzes wurde im selben Jahr auch eine Feuerspritze angeschafft. 1794 bestimmte der Stadtrat schließlich 20 Bürger, die im Brandfall Löschdienst zu verrichten hatten. Eine Aufgabe, die in jedem Jahr zum Osterjahrmarkt an einen neuen Löschtrupp übergeben wurde. Somit entstand der erste organisierte Einsatzdienst zur Feuerbekämpfung in Eisenberg. Am 20. Februar 1862 war es schließlich soweit und der Bürgermeister veranlasste die Organisation einer festen Feuerwehrmannschaft mit entsprechender Ausstattung. Für die ersten Anschaffungen für die Wehr wurde eine Summe von 35 Talern bewilligt. Die Freiwillige Feuerwehr Eisenberg nahm nun offiziell ihre Arbeit auf. Welche es in der Folgezeit auch zur Genüge gab. So rückte die Eisenberger Feuerwehr in der Zeit von 1862 bis 1911 zu insgesamt 115 Bränden aus. So auch im Jahr 1865, als in der heutigen Burgstraße neun Wohnhäuser niederbrannten.
 
Einen Einschnitt bedeutete ab 1914 der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der einen weiteren Ausbau des Feuerschutzes in Eisenberg verhinderte. Erst ab 1925 erfolgten in der Zeit der Weimarer Republik neue Investitionen, etwa in eine neue Motorspritze zur effizienteren Feuerbekämpfung. Im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 wurden den Feuerwehren zunehmend Aufgaben im Bereich des Luftschutzes übertragen. Auch Einsätze nach Bombenangriffen auf Jena nahmen die Eisenberger Feuerwehrleute in dieser Zeit wahr. Nach dem Ende des Krieges wurde die Arbeit nicht leichter. So musste der Feuerschutz neu aufgebaut und strukturiert werden. Darüber hinaus fehlte es noch bis in die 1950er Jahre hinein am Nötigsten, neben geeigneter Löschtechnik gab es mitunter weder Schutzbekleidung noch Schutzausrüstung für die Feuerwehrleute. Ab 1950 wurde in Eisenberg eine Berufsfeuerwehr eingerichtet und das Feuerwehrdepot am Schützenplatz errichtet. Der Status als Berufsfeuerwehr wurde allerdings 1956 wieder aberkannt. Die Arbeit wurde wieder ehrenamtlich und ist es bis heute geblieben. Nach der deutschen Wiedervereinigung halfen vor allem die Eisenberger Partnerstädte Menden, Stadthagen und Eisenberg/Pfalz bei der technischen Neuausstattung der Freiwilligen Feuerwehr der Kreisstadt. So übergaben die Städte unter anderem hydraulische Scheren, Spreizer und Einsatzbekleidung an die Holzländer. Auch in den letzten Jahren hat sich einiges getan auf der Feuerwache. So wurde vor knapp vier Jahren ein Löschfahrzeug eigens für den Einsatz in den engen Straßen in der Eisenberger Innenstadt angeschafft. Darüber hinaus erfolgte die Erneuerung der Fenster des Feuerwehrgebäudes, wie die Stadt mitteilt. In der Organisation der Einsatzstrukturen gab es ebenfalls Neuerungen. Um die Einsatzstärke der Freiwilligen Feuerwehr Eisenberg sichern zu können, wurden die Kameraden aus Hainspitz in die Einsatztruppe eingegliedert, eine Zusammenarbeit, die in der jüngeren Vergangenheit auf fruchtbaren Boden fiel. Die Eisenberger Feuerwehr ist neben der Kreisstadt auch für Einsätze in Hainspitz, Gösen, Petersberg und auf der A 9 bei Eisenberg zuständig. Die Einsätze umfassen neben der Brandbekämpfung auch Unfallbeseitigung.

 

Martin Hauswald / 14.09.12 / OTZ